"Für Gott ist nichts unmöglich"

Familiengottesdienst im Dezember 2020

Für Gott ist nichts unmöglich

„Heute ist ein guter Tag!“, dachte sich das junge Mädchen Maria und bewunderte die rosafarbenen Blüten der Rosen. „Alles läuft so, wie ich es mir immer erträumt habe. Schon bald ich werde ich meinen Verlobten Josef heiraten und wir werden eine Familie gründen. Sie nahm eine Rose zwischen ihre Finger und strich dabei behutsam über die zarten Blätter sowie über die stacheligen Dornen. „Ach, meine liebe Rose, die letzte Zeit war so anstrengend für mich. Es gab so vieles für die Hochzeit vorzubereiten, sodass ich kaum noch Zeit für euch Rosen gefunden habe. Jetzt ist es wieder ruhig und ich freue mich, dass wir wieder Zeit füreinander haben!“, lächelte sie. Dennoch klopfte ein unklares Gefühl in ihr an. Hatte sie etwas vergessen? Erwartete sie noch jemanden für heute? Nein, unmöglich! Der heutige Tag gehörte ihr. Aber das Gefühl wurde stärker und sie konnte nicht aufhören, an jemanden zu denken. Nur an wen? Das wusste sie selbst nicht. „Könnt ihr mir helfen, liebe Rosen?“, fragte Maria. Doch die Rosen schwiegen. Auf einmal war es ihr, als ob sie jemand berührt hätte. Schnell drehte sie sich um, doch da war niemand. Irritiert richtete sie ihren Blick wieder auf die Rosen und der süße Duft der Blumen stieg ihr in die Nase. Sie schloss die Augen und versuchte das, was eben geschehen war, zu vergessen. Doch da war es wieder, etwas hatte sie ganz sicher berührt. Blitzartig drehte sie sich um und plötzlich sah sie nichts mehr.

„Sei gegrüßt, Maria! Gott hat dich zu etwas Großem auserwählt!“

Wie von Ferne hörte sie eine Stimme, die keiner menschlichen Stimme glich. So etwas hatte sie noch nie gehört. Sie suchte Halt an der Steinmauer, die hinter ihr war und senkte schützend ihren Kopf. Eine große Furcht überfiel sie und am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen, doch sie war unfähig, auch nur einen einzigen Schritt zu tun.

„Sei gegrüßt, Maria! Gott hat dich zu etwas Großem auserwählt. Fürchte dich nicht!“

Erst da blickte sie langsam nach oben und sah eine weiße Gestalt. Goldenes Licht ging von ihr aus.

„Fürchte dich nicht! Ich bin Gabriel – ein Engel Gottes und ich werde dir eine wichtige Botschaft verkünden. Höre mir gut zu!“

Nachdem der Engel Gabriel die Worte gesprochen hatte, umhüllte sie eine Wärme, die sie in ihrem Leben noch nie gespürt hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde ihr warm ums Herz und sie sah Gabriel an und antwortete mit leiser Stimme: „Ich höre dir zu! Sprich, was du mir sagen musst!“

„Schon bald wirst du einen Sohn zur Welt bringen. Ihm sollst du den Namen Jesus geben. Er wird ein König werden und er wird sogar mächtiger als alle Könige dieser Welt sein, weil seine Herrschaft nie zu Ende gehen wird.“ Fragend blickte Maria den Engel an und wollte gerade sprechen, als Gabriel seine Botschaft fortsetzte: „Ich weiß, dass du Zweifel hast und dich fragst, wie das passieren soll, wenn du noch nicht einmal verheiratet bist. Aber glaube mir, für Gott ist nichts unmöglich. Durch die Kraft Gottes wirst du einen Sohn zur Welt bringen. Er ist der Sohn Gottes und du wirst die Gottesmutter sein. Freue dich, Maria!“

Erst langsam verstand Maria die Worte des Engels und sie nickte. „Ich liebe meinen Gott mit der ganzen Kraft meines Herzens. Ich werde tun, was Gott von mir will!“

Und noch im selben Augenblick verschwand der Engel Gabriel. (© Kristin Polzhofer)