Familienmessen 2020/21

Mai

Mit dem heiligen Nepomuk durch Währing

 

Der Schicksalsweg des Priesters Johannes Nepomuk zum allerorts verehrten Märtyrer

 

Vermutlich aus einer deutsch-böhmischen Familie in Westböhmen stammend, tritt Johannes Nepomuk 1370 den bischöflichen Dienst in Prag an.

Damals ist die lateinische Kirche, aufgrund von zwei Päpsten, gespalten.

Kaiser Karl IV. ernennt seinen Sohn König Wenzel IV., zum Kanzler des Prager Erzbischofs. Dieser unterstützt den römischen Papst, König Wenzel hingegen den Gegenpapst in Avignon. Der Machtkampf spitzt sich zu. Da Wenzel IV. den Erzbischof nicht hinrichten lassen kann, wählt er Johannes Nepomuk, dessen Untertan aus.

Dieser ist als Generalvikar das ranghöchste Mitglied am Bischofshof, das man der Inquisition zuführen kann.

Am 21. März 1393 wird der Justizmord vollstreckt und Johannes Nepomuk von der Steinernen Brücke in Prag, in die Moldau gestürzt.

Es gibt jedoch auch eine zweite Version.

Nachdem König Wenzel IV. seine Frau der Untreue verdächtigt, verlangt er von Johannes Nepomuk als Beichtvater Auskunft.

Dieser hält allerdings am Beichtgeheimnis fest.

Der enttäuschte König lässt Johannes Nepomuk foltern und in die Moldau werfen.

Im 16. Jahrhundert setzt die Verehrung des einstigen Prager Priesters ein und erreicht im darauffolgenden Jahrhundert seinen Höhepunkt.

Allerorts, meist an Brücken, werden Statuen ihm zu Ehren aufgestellt. 1729 wird Johannes Nepomuk von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.

 

Quellen: Text: https://ev.13.ev  Tourismuszentrale Südmähren / Bild: Austria-Forum


April

Thomas der (Un)gläubige?!

Liebe Kinder,

 

ich bin Thomas. Mein Beiname ist der Zweifler oder der Ungläubige. Aber warum?

Davon will ich dir heute erzählen…

Viele Jahre war ich mit Jesus unterwegs und gehörte zum Kreis seiner Jünger. Ich war begeistert von Jesus, denn das, was er verkündete, war die Freude und die Hoffnung. Jesus sagte: „Worauf wartet ihr, das Gottesreich ist schon mitten unter euch. Freut euch und geht zu den Menschen, die euch brauchen!“ Das waren vor allem Kranke oder Arme. Aber auch bei den Kindern waren wir sehr viel, denn, so pflegte Jesus immer zu sagen: „Von Kindern kann man sehr viel lernen. Werdet wie sie!“

Wir zogen umher und verbrachten viel Zeit im Freien. Denn auch von der Natur kann man viel lernen, lehrte uns Jesus: „Seht die Lilien des Feldes an, sie kümmern sich nicht um Hab und Gut und sind dennoch schön. Wenn Gott schon diese Lilien so schön kleidet, um wie viel schöner wird er euch dann kleiden, wenn er euch doch um einiges mehr liebt!“

Das war mein Leben mit Jesus. Wir waren so glücklich. Dennoch gab es auch so manche Neider, sie wollten uns nicht in ihren Dörfern haben und beschimpften uns. Doch wir vertrauten Jesus.

Schon bald kam alles anders: Jesus wurde verraten und getötet. An diesem Tag, als er unter Schmerzen ans Kreuz genagelt wurde, zerbrach meine Hoffnung und ich glaubte an nichts mehr. Jesus, der Retter, der den liebenden Gott verkündete, ist tot. An was sollte ich jetzt noch glauben? Ich war wütend und traurig zugleich. Alles, woran ich geglaubt und wofür ich gelebt hatte, wurde mit einem Schlag zerstört. Ich wollte meine Freunde, die Jünger, nicht mehr sehen und zog mich in die Einsamkeit zurück.

Doch wäre ich mal besser bei ihnen geblieben…

Es war schon sehr spät und dunkel draußen, als ich beschloss, Trost bei den Jüngern zu suchen.

Ich kehrte zu dem Haus nach Jerusalem zurück, wo ich sie vermutete und klopfte. „Thomas, schnell, komm herein, Jesus lebt!“ „Jetzt sind sie wohl vollkommen übergeschnappt!“, schoss es mir blitzartig durch den Kopf. „Stell dir vor, Jesus lebt! Er war hier bei uns und hat sogar mit uns gegessen!“

„Das glaube ich nicht! Erst wenn ich Jesus mit eigenen Augen gesehen habe und seine Wunden betasten kann, erst dann kann ich glauben. Anders glaube ich nicht, dass er lebt!“

Acht Tage später….

Die Jünger waren immer noch euphorisch und redeten davon, dass Jesus lebte. Bei so viel Fantasie konnte ich nur den Kopf schütteln. Ohne Beweise konnte ich nicht glauben, dass Jesus auferstanden war.

Doch plötzlich klopfte es an der Tür. Die Jünger schreckten auf, denn wer würde zu so später Stunde noch kommen?!

Auf einmal stand Jesus vor uns und begrüßte uns. Ich war sprachlos. Aber war er es wirklich oder nur eine Erscheinung? Ich konnte kaum meinen Augen trauen.

„Thomas, ist deine Glaube so klein, dass du erst glaubst, wenn deine Augen mich sehen und deine Hände mich tasten können?!“ Ich war immer noch sprachlos.  Da ging Jesus auf mich zu. „Schau, meine Hände und die Wunde an meiner Seite!“ Behutsam legte ich meine Finger in seine Wunde und da gingen mir plötzlich die Augen auf: „Jesus, du bist es wirklich!“

„Jetzt glaubst du?“, fragte mich Jesus.

Ich war sehr traurig darüber, dass ich nicht wie die anderen Jünger an seine Auferstehung glauben konnte. Aber ich wollte unbedingt Beweise haben, die ich sehen und anfassen konnte. Erst dann konnte ich glauben. Aber Jesus lächelte mich an und sagte: „Lieber Thomas, sei nicht traurig. Zum Glauben gehört es auch dazu, dass man manchmal zweifelt.“

 

Das war meine Geschichte und seitdem bin ich fest davon überzeugt, dass ich nicht immer alles mit den Augen sehen muss, um zu glauben.

 

 

 

Wie sieht es eigentlich bei dir aus? Kannst du einfach so glauben, oder musst du alles mit deinen eigenen Augen sehen können?

Hast du auch schon einmal gezweifelt? Fällt es dir leicht zu glauben?

Woran glaubst du oder woran glaubst du nicht?

 

Schreibt mir doch einen Brief oder malt ein Bild. Eure Antworten könnt ihr entweder hier in der Kirche ablegen oder ihr schreibt mir ein E-Mail (kpolzhofer@pfarre-weinhaus.at).

 

Ich bin schon gespannt, was ihr mir alles zu erzählen habt!

 

Euer Thomas

März

Jede und jeder von euch ist ganz wichtig

Bei unseren Namen hast du uns gerufen, weil wir teuer und wertvoll sind,

wie es im Buch Jesaja heißt.

Durch den Namen sind wir einzigartig. In der Taufe haben wir unseren Namen zugesagt bekommen und die Zugehörigkeit zu Gott ganz besonders spüren dürfen. Gott hat uns ins Leben gerufen und will, dass wir unseren Namen zur Heiligkeit führen.

Es gibt Menschen, die strahlen ganz besonders, nicht nur mit ihren Augen.  Das sind Menschen, die wir Heilige nennen, wie etwa die Heilige Katharina von Siena, den Heiligen Christophorus oder den Heiligen Josef.

Unsere Kirche und somit unsere Pfarre hat ihren Namen nach einem wichtigen Heiligen. Sie wurde nach dem Heiligen Josef benannt.

Die Bibel verrät uns kaum etwas über Josef. Wir kennen ihn aus der Weihnachtsgeschichte, wo Josef auf Maria aufpasst, als sie in einem Stall das Jesuskind zur Welt bringt. Josef war nicht nur ein fleißiger Mann, sondern auch ein starker und kräftiger Mann, da er sonst wohl kaum den Beruf des Zimmermanns hätte ausüben können. Er hat Maria und Jesus sehr geliebt und gut für sie gesorgt. Man könnte sagen, dass Josef gerecht und loyal war, auch als er erfahren hat, dass das Kind nicht von ihm ist. Trotzdem hat er Jesus alle väterliche Liebe und Zuneigung entgegengebracht.

Der Heilige Josef ist ein ganz besonderer Heiliger, weil er Jesus ganz nahe war.

Sein Gedenktag ist der 19. März. Er ist der Patron der Ehepaare und der Familien, der Kinder und Jugendlichen, der Zimmerleute, Holzfäller, Tischler, Handwerker, Arbeiter und noch vieles mehr.

Auch wir können uns jederzeit vertrauensvoll an den Heiligen Josef wenden und zu ihm beten.

 

Grüne Zucchinisuppe (4 Portionen)

 

•        1 Zwiebel

•        2 Zucchini

•        1 Erdapfel

•        2 EL Öl

•        3/4 l Gemüsesuppe

•        Salz

•        2 EL Schlagobers oder Sauerrahm

 

Zucchini (mit Schale) grob würfelig schneiden.

Erdapfel schälen und grob würfelig schneiden. 

Zwiebel schälen und kleinwürfelig schneiden.

Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel glasig anschwitzen.

Die Zucchini- und Erdäpfelstücke dazugeben und kurz mitbraten.

Mit Gemüsesuppe aufgießen, sodass alles bedeckt ist und ca. 20-25 Minuten leicht köcheln lassen (mit Deckel).

Die Suppe mit dem Mixstab pürieren, salzen und mit 1-2 EL Schlagobers oder Sauerrahm verfeinern.

Nach Belieben mit feingehackten grünen Kräutern bestreuen.

 

Guten Appetit!

 

Jänner

Ein Stern, der sie lenkt

Einst lenkte der Stern die Heiligen Drei Könige und führte sie nach Bethlehem. Heute sind es die Kinder und die Jugendlichen, die mit einem Stern von Haus zu Haus zu ziehen, um den Segen für das neue Jahr zu bringen, indem sie die drei Buchstaben C+M+B (Christus Mansionem Benedicat/ Christus segne das Haus) an den Eingang schreiben.

Sie verkleiden sich als Könige und Königinnen und setzen sich für eine bessere Welt ein. Wenngleich wir von den Heiligen Drei Königen sprechen und sie auch Caspar, Melchior und Balthasar nennen, so genügt bereits ein Blick in die Bibel, der uns zeigt, dass es die Sterndeuter aus dem Osten waren, die das Jesuskind sehen wollten.

Mittlerweile hat sich der Brauch der Heiligen Drei Könige, den es schon seit dem Mittelalter gibt, so in unseren Köpfen verfestigt, dass er nicht mehr wegzudenken ist.

Auch in diesem besonderen Jahr nicht! Die Kinder und die Jugendlichen warfen sich in die königlichen Mäntel und ließen sich vom Stern durch die Gassen und Straßen des 18. Bezirks führen. Sie trotzen Schnee und Kälte, um Spenden für die Projekte der Dreikönigskation „Nahrung sichert Leben in Süd-Indien“ zu sammeln.

Doch wie war es eigentlich damals, als der Stern den drei Sterndeutern den Weg zum neugeborenen König leuchtete?

Nachdem Jesus in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten nach dem Stern des neugeborenen Königs, denn sie wollten ihm Geschenke bringen. Als König Herodes das hörte, bekam er Angst und er dachte sich: „Ein neugeborener König in meinem Land? Was wird nur geschehen, wenn er groß ist? Dann wird er mir das Land entreißen!“  In seiner Panik ließ er alle Gelehrten zu sich kommen und erkundigte sich bei ihnen: „Alles will ich über diesen neuen König wissen, der in meinem Land geboren wird!“ Die Gelehrten suchten in ihren Büchern und sagten zu ihm: „Der Prophet Micha hat bereits gesagt, dass es einen König geben wird, der in Bethlehem geboren wird. Daraufhin ließ Herodes die Sterndeuter zu sich kommen, um alles über diesen Stern zu erfahren. Dann sagte er zu ihnen: „Wenn ihr das Kind gefunden habt, dann sagt es mir. Auch ich möchte ihm Geschenke machen.“

So brachen die Sterndeuter auf und der Stern zog vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen. Erst über dem Haus, wo das Kind war, stand er still. Freudig gingen sie hinein und sahen die Mutter Maria mit dem kleinen Jungen im Arm. Da warfen sie sich auf den Boden und beteten ihn an. Dann übergaben sie ihm die kostbaren Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Als es Nacht wurde, hörten sie die Stimme Gottes: „Kehrt nicht zu Herodes zurück und nehmt einen anderen Weg!“ Das taten sie und reisten am nächsten Morgen auf einem anderen Weg in ihre Heimat. (©Kristin Polzhofer)

 

 

Liebe Kinder, wir laden euch diesmal ein, eure gebastelten Schatzkistchen zu fotografieren und uns die Fotos zu schicken an kpolzhofer@pfarre-weinhaus.at
Wir möchten sie gerne auf unsere Homepage stellen (natürlich nur mit euren Vornamen), damit alle sie bewundern können.

Hier gibts die Bastelvorlage

Dezember

Für Gott ist nichts unmöglich

„Heute ist ein guter Tag!“, dachte sich das junge Mädchen Maria und bewunderte die rosafarbenen Blüten der Rosen. „Alles läuft so, wie ich es mir immer erträumt habe. Schon bald ich werde ich meinen Verlobten Josef heiraten und wir werden eine Familie gründen. Sie nahm eine Rose zwischen ihre Finger und strich dabei behutsam über die zarten Blätter sowie über die stacheligen Dornen. „Ach, meine liebe Rose, die letzte Zeit war so anstrengend für mich. Es gab so vieles für die Hochzeit vorzubereiten, sodass ich kaum noch Zeit für euch Rosen gefunden habe. Jetzt ist es wieder ruhig und ich freue mich, dass wir wieder Zeit füreinander haben!“, lächelte sie. Dennoch klopfte ein unklares Gefühl in ihr an. Hatte sie etwas vergessen? Erwartete sie noch jemanden für heute? Nein, unmöglich! Der heutige Tag gehörte ihr. Aber das Gefühl wurde stärker und sie konnte nicht aufhören, an jemanden zu denken. Nur an wen? Das wusste sie selbst nicht. „Könnt ihr mir helfen, liebe Rosen?“, fragte Maria. Doch die Rosen schwiegen. Auf einmal war es ihr, als ob sie jemand berührt hätte. Schnell drehte sie sich um, doch da war niemand. Irritiert richtete sie ihren Blick wieder auf die Rosen und der süße Duft der Blumen stieg ihr in die Nase. Sie schloss die Augen und versuchte das, was eben geschehen war, zu vergessen. Doch da war es wieder, etwas hatte sie ganz sicher berührt. Blitzartig drehte sie sich um und plötzlich sah sie nichts mehr.

„Sei gegrüßt, Maria! Gott hat dich zu etwas Großem auserwählt!“

Wie von Ferne hörte sie eine Stimme, die keiner menschlichen Stimme glich. So etwas hatte sie noch nie gehört. Sie suchte Halt an der Steinmauer, die hinter ihr war und senkte schützend ihren Kopf. Eine große Furcht überfiel sie und am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen, doch sie war unfähig, auch nur einen einzigen Schritt zu tun.

„Sei gegrüßt, Maria! Gott hat dich zu etwas Großem auserwählt. Fürchte dich nicht!“

Erst da blickte sie langsam nach oben und sah eine weiße Gestalt. Goldenes Licht ging von ihr aus.

„Fürchte dich nicht! Ich bin Gabriel – ein Engel Gottes und ich werde dir eine wichtige Botschaft verkünden. Höre mir gut zu!“

Nachdem der Engel Gabriel die Worte gesprochen hatte, umhüllte sie eine Wärme, die sie in ihrem Leben noch nie gespürt hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde ihr warm ums Herz und sie sah Gabriel an und antwortete mit leiser Stimme: „Ich höre dir zu! Sprich, was du mir sagen musst!“

„Schon bald wirst du einen Sohn zur Welt bringen. Ihm sollst du den Namen Jesus geben. Er wird ein König werden und er wird sogar mächtiger als alle Könige dieser Welt sein, weil seine Herrschaft nie zu Ende gehen wird.“ Fragend blickte Maria den Engel an und wollte gerade sprechen, als Gabriel seine Botschaft fortsetzte: „Ich weiß, dass du Zweifel hast und dich fragst, wie das passieren soll, wenn du noch nicht einmal verheiratet bist. Aber glaube mir, für Gott ist nichts unmöglich. Durch die Kraft Gottes wirst du einen Sohn zur Welt bringen. Er ist der Sohn Gottes und du wirst die Gottesmutter sein. Freue dich, Maria!“

Erst langsam verstand Maria die Worte des Engels und sie nickte. „Ich liebe meinen Gott mit der ganzen Kraft meines Herzens. Ich werde tun, was Gott von mir will!“

Und noch im selben Augenblick verschwand der Engel Gabriel. (© Kristin Polzhofer)

Ein Rezept für Rahmkekse, einfach ausprobieren :-)

Hier gibt es die Kopiervorlage zum Download. Viel Spaß beim Basteln

November

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht

Liebe Kinder!
Am 17. November haben wir das Fest der Heiligen Elisabeth gefeiert.


Möglicherweise kennst du die ein oder die andere Elisabeth in deiner Umgebung:
Deine Tante, deine Mutter, deine Schwester oder deine Erzieherin vielleicht?


Heute will ich euch aber von einer anderen Elisabeth erzählen: Der Heiligen
Elisabeth aus Thüringen. Du hast noch nie etwas von ihr gehört?


Dann wird es aber Zeit! Mach dich bereit auf eine spannende Reise in eine Zeit,
wo die Menschen noch in den Burgen gelebt haben und tapfere Könige um die
Hand schöner Prinzessinnen geworben haben….


Es ist viele hundert Jahre, dass Elisabeth lebte. Ihr Vater war König von Ungarn
und sie war eine ungarische Prinzessin. Eines Tages kamen Boten des
Landgrafen von Thüringen an den ungarischen Köngishof und verkündeten:
„Unser Herr schickt uns! Er möchte, dass Prinzessin Elisabeth einen seiner
Söhne heiratet!“


Der König dachte nach: „Durch die Heirat könnten wir unser Reich vergrößern
und uns die Macht sichern!“ Doch sein Blick fiel auf seine kleine Tochter, die
gerade mit ihrem kleinen weißen Hund spielte. Es wurde ihm warm ums Herz
und Traurigkeit ergriff ihn: „Was konnte er schon gegen seine Vatergefühle tun,
wenn er doch der König von Ungarn war und auf das Wohl einer ganzen Nation
zu achten hatte?!“, dachte er sich. Schnell wendete er den Blick von seiner
kleinen Tochter Elisabeth ab und rief: „Nehmt sie mit! Ob sie mir jetzt oder erst
in zehn Jahren entrissen wird, ist einerlei für mich. So oder so wird es
schmerzlich für mich sein und ich werde sie immer vermissen, aber ich muss an
mein Königreich denken! Doch wenn ich meine kleine Tochter jetzt mitgebe,
dann gewöhnt sie sich wenigstens nicht zu sehr an mich und vergisst mich!“


So kam es, dass noch am gleichen Tag Elisabeth in die Kutsche samt ihrem
kleinen Hund gepackt wurde und nach Thüringen gebracht wurde. Dicke Tränen
kullerten ihr über die rosigen Wangen, als sie ihren Vater noch ein letztes Mal
sah. Fest drückte sich ihr kleiner Hund an ihr Herz und so schlief sie ein.


Es war schon Morgen, als die Sonne Elisabeth wachkitzelte und sie ihre Augen
öffnete. Die Vögel trällerten lauthals ihr Morgenlied und neugierig blickte sie
aus dem Fenster der Kutsche, als sie abrupt stehenblieb. Die Tür wurde geöffnet.
„Willkommen in Thüringen, kleine Prinzessin!“ Sie setzte ihren Fuß aus der
Kutsche und zugleich in ihr neues Leben. Die Zeit verging wie im Flug. Elisabeth
spielte viel mit den Kindern auf der Burg, besonders aber mit Ludwig, der mit
seinen vielen Streichen Elisabeth immer zum Lachen brachte. Gemeinsam

kletterten sie auf die höchsten Bäume, auch wenn das die Erzieher der beiden
Kinder nicht gerne hatten, und blickten in die Weite und manchmal glaubte
Elisabeth, ihren Vater aus der Burg winken zu sehen und das ließ ihr Herz
höherschlagen.


Doch aus dem kleinen, wilden Mädchen wurde eine junge, schöne Frau, die sich
immer noch nicht viel aus den Regeln der adligen Burgbewohner machte. Aber
genau dafür liebte Ludwig seine Elisabeth, aus dem mittlerweile ein starker
Prinz geworden war, und so heirateten sie. Alle hatten Elisabeth gerne,
besonders aber die Armen und die Kranken, die sie oft besuchte, schwer beladen
mit Körben an Essen, nachdem sie die Vorratskammern der Burg geplündert
hatte. „Die haben doch sowieso genug!“, dachte sie sich. Für ihre Nächstenliebe
war Elisabeth in ganz Thüringen bekannt und Ludwig liebte sie dafür noch umso
glühender. Alles, was Elisabeth hatte, teilte sie. Doch die Burgbewohner hatten
von ihrer Großzügigkeit schon bald die Nase voll und sie hetzten Ludwig gegen
sie auf.


So kam es, dass bei einem ihrer Ausflüge in das Armenviertel Ludwig und seine
Mutter ihr heimlich folgten. Elisabeth pfiff fröhlich vor sich hin und lächelte, da
sie schon die Freude der Armen vor sich sehen konnte, wenn sie die frischen
Brote auspackte. Doch ihr Pfeifen wurde plötzlich unterbrochen, als Ludwig und
seine Mutter vor ihr standen. Kurz erschrak sie, weil sie nicht mit den beiden
gerechnet hatte. „Ludwig!“, lächelte sie und wollte ihm einen Kuss geben. „Nicht
jetzt, Elisabeth“, und er entzog ihr sein Gesicht. „Elisabeth, Elisabeth! Wohin des
Weges?!“, säuselte die Schwiegermutter. Und weiter: „So ein großer Korb und so
eine zarte Frau! Ludwig, mein Sohn, nimm ihn ihr doch bitte ab!“ Doch Elisabeth
drückte den Korb fest an sich und schaute grimmig ihren Mann an. „Wieder
unterwegs zu den Armen?!“, rümpfte die Schwiegermutter die Nase. „Dann lass
mich raten, was in dem Korb ist, bestimmt… (und sie tat so, als ob sie keine
Ahnung hätte, was drin wäre, obwohl sie genau wusste, das sich der Koch heute
über die fehlenden Brote beklagt hatte) hmmm…Rosen?!“, und sie lachte über
ihren plötzlichen Gedankenblitz. „Ja, Rosen!“, erwiderte Elisabeth und funkelte
mit ihren braunen Augen die beiden wütend an. „Ach so, na dann wird das
Fräulein nichts dagegen habe, wenn ich das Tuch ein wenig lüfte, um mir die
Blüten der Rosen anzuschauen!“ Elisabeth wollte noch nach ihrer Hand greifen,
aber sie war schneller und schwups war das Tuch weg…


…und Elisabeth traute ihren Augen nicht, während die Schwiegermutter sie mit
offenem Mund fassungslos anstarrte. „W-w-w-a-s? Lu---Ludwig…schnell, mir
wird ganz schwindlig!“, fiepste die Schwiegermutter und Ludwig konnte sie
gerade noch auffangen. Er hielt seine ohnmächtige Mutter in seinem Armen,
während er reumütig den Blick von Elisabeth suchte und Entschuldigung
murmelte. „Schon gut!“, flüsterte sie und während sie das Tuch aufhob, fiel ihr
Blick in den Korb, der voll von schönen roten Rosen war. Ein Lächeln huschte
über ihr Gesicht, sie rückte das Tuch zurecht und ging pfeifend ihres Weges
weiter.
(© Kristin Polzhofer)

Gehen Sie mit Ihren Kindern auf Entdeckungsreise:

Die Geschichte der Hl. Elisabeth, hier als Streichholzschachtel-Bilderbuch präsentiert, lädt Sie ein, gemeinsam mit Ihren Kindern auf die Suche nach Glück und Heil auch in schwierigen Zeiten zu gehen.


Die Geschichte der Heiligen Elisabeth

Die ungarische Königstochter Elisabeth wurde mit 14 Jahren durch Heirat zur Landesfürstin von Thüringen. Sie war Mutter von 3 Kindern. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie die Burg verlassen: Zu viel Geld würde sie für die Armen und Kranken verwenden, so meinten die Burgleute. Ihr geistlicher Begleiter und Verwandte sorgten dafür, dass Elisabeth eine angemessene Entschädigung erhielt. Von diesem Geld gründete sie in Marburg ein Spital, eine Art Krankenhaus, und half selber bei der Versorgung der Kranken.

Noch aus der Zeit als Landesfürstin stammt die von vielen Menschen gerne erzählte Geschichte vom Brotwunder, die hier allerdings nicht dargestellt ist: Die Burgleute hatten Elisabeth verboten, den Armen Brot zu bringen. Als sie den Korb vorzeigen musste, hatten sich alle Brote in Rosen verwandelt. Brot und Rosen sind Symbole der Liebe! Elisabeth lebte von 1207 bis 1231 in Deutschland. Sie gilt als Schutzpatronin der Notleidenden, Witwen und Bäcker. Ihr Namenstag wird am 19. November gefeiert.

Schauen Sie sich die Bilder gemeinsam mit Ihren Kindern an. Lassen Sie Ihr Kind selber erzählen: was sieht es auf den Bildern? Gehen Sie an Stellen, die Ihnen geeignet erscheinen, mit Ihrem Kind ins Gespräch

  • z.B. beim Hochzeitsbild: Warst du auch schon einmal auf einer Hochzeit? Was glaubst du, denken die Braut und der Bräutigam? Was meinst du, wie sie sich ihr Leben vorstellen?

  • z.B. beim Verlassen der Burg: Was denkt und fühlt Elisabeth wohl? Bist du auch schon einmal irgendwo fortgeschickt worden? Warum? Wie hast du dich gefühlt? Was oder wer hat die geholfen, dich zu trösten?

  • z.B. Bild, das die Männer beim Erstreiten des geerbten Geldes für Elisabeth zeigt: Was tun die Männer? Warum machen sie das? Hat dir schon einmal jemand geholfen, als du ungerecht behandelt wurdest? Hast du auch schon einmal jemandem geholfen, zu seinem Recht zu kommen?

  • z.B. beim letzten Bild: Was denken die Menschen auf dem Bild wohl? Würdest du auch gerne mit am Tisch sitzen? Wo fühlst du dich besonders wohl? Was würde dich glücklich machen?

Sicher fallen Ihnen, wenn Sie mit den Kindern die Bilder schauen, eine Menge Fragen ein, die das Kind interessieren könnten oder ihm eine Möglichkeit geben, eigenes Erlebtes zur Sprache zu bringen. Aber: weniger ist mehr! Hören Sie auf das, was ihr Kind bewegt, sprechen Sie mit ihm darüber…und loben Sie am Ende: Du hast mir die Geschichte aber toll erzählt!!!

 

Hier finden Sie die Bastelvorlage für das Streichholzschachtel-Bilderbuch



Quelle:

www.liturgie-erzbistum-koeln.de

EIN EINFACHES BROTREZEPT
PASSEND ZUM BROTWUNDER
DER HL. ELISABETH


500 g Vollkorndinkelmehl
500 ml Buttermilch
Salz und/oder Brotgewürz
Gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam
oder Leinsamen zum Bestreuen

Anleitung:
Buttermilch mit dem Mehl und etwas Salz und/oder Brotgewürz verrühren – mit dem Mixer mit Knethaken. Dann kleine Kugeln formen und auf das Backblech setzen, mit der Hand flach drücken.
Wenn der Teig zu sehr klebt, die Hände ordentlich mit Mehl bestäuben, dann geht es einfacher. Die kleinen Weckerl mit Körnern oder Nüssen bestreuen.


Das Backrohr auf 200 °C bei Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Blech ins vorgeheizte Backrohr schieben und ca. 20 Minuten backen. Herausholen, auskühlen lassen, genießen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!